Broeikas Hopmann&Lisek

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Drents Museum präsentiert:

Hopmann & Lisek

Treibhaus, 2016

 

11.10.2016 – 8.1.2017

De Nieuwe Kolk, Weiersstraat 1, Assen

Öffnungszeiten: Dienstag- Sonntag 11-17 Uhr

Freier Eintritt

 

Im Treibhaus

Hochgewölbte Blätterkronen,
Baldachine von Smaragd,
Kinder ihr aus fernen Zonen,
Saget mir, warum ihr klagt?

Schweigend neiget ihr die Zweige,
Malet Zeichen in die Luft,
Und der Leiden stummer Zeuge
Steiget aufwärts, süßer Duft.

Weit in sehnendem Verlangen
Breitet ihr die Arme aus,
Und umschlinget wahnbefangen
Öder Leere nicht’gen Graus.

Wohl, ich weiß es, arme Pflanze;
Ein Geschicke teilen wir,
Ob umstrahlt von Licht und Glanze,
Unsre Heimat ist nicht hier!

Und wie froh die Sonne scheidet
Von des Tages leerem Schein,
Hüllet der, der wahrhaft leidet,
Sich in Schweigens Dunkel ein.

Stille wird’s, ein säuselnd Weben
Füllet bang den dunklen Raum:
Schwere Tropfen seh ich schweben
An der Blätter grünem Saum.

Text: Mathilde Wesendonck, 1858
Vertonung: Richard Wagner, 1858

 

 

Das Künstlerduo Hopmann & Lisek warten mit einer bewegten Multimedia-Installation auf, welche die sachlich-klare Architektur des Museumsraumes durch Filme und Klänge ins Schwanken bringt. Hinter den hohen Fenstern drängt sich eine wogende Menge aus überdimensionalen Clowns. Alle sind auf die gleiche Weise als „Dummer August“ maskiert – ein Kalauer: Clowns als Klone! Die Verkleidung lässt jegliche Individualität hinter der Zirkus-Rolle verschwinden. Die Künstler dirigieren und modellieren diese Identitäts-Hüllen.

Die Clowns sind weniger lustig-tölpelhaft als übergriffig. Sie bewegen sich auf die Besucher*innen zu, als wollten sie nach diesen greifen. Wohin drängen sie? Was haben wir mit ihnen zu tun? Die Clowns blicken auf uns herab, die realen Dimensionen des Raumes wirken überhöht. In welche Situation bringen sie uns? Womöglich in die von Lewis Carrolls Alice in Wonderland oder Nils Karlssons Däumling.

Allerdings rotiert die Menge als Ganzes leicht aus dem Lot gebracht um den Raum herum. Sie wirkt fremdbestimmt. Die Verantwortung scheint abgegeben – für die Besucher*innen birgt das eine Erleichterung. Doch für die im Raum stehenden Betrachter*innen bewirkt dieses Fließen zugleich ein Gefühl, als seien sie selbst in einen Strudel geraten – der Sicherheit gebende Horizont wird verweigert. Dazu raunen unheilvoll sphärische Klänge durch den Raum.

Die surreale Anmutung durch die Clowns wird im Raum aufgegriffen durch künstliche Felsbrocken, Findlinge aus Schaumstoff, die wie auf einem Filmset wilde Natur simulieren. In unserem Zeitalter des Anthropozäns ist nichts mehr „natürlich“ – alles untersteht der menschlichen Einflussnahme. Dafür steht seit Jahren der „Treibhauseffekt“, ein Synonym für die fehlende Einsicht in die Auswirkungen menschlichen Tuns und für den Kampf um eine schonende Behandlung der Umwelt.

Weitere Elemente ergänzen die „Studiolandschaft“: Ein Video auf einer klassischen, sonst für würdevolle Portraits vorgesehenen Tondo-Form, zeigt Personen bei Alltagshandlungen. Diese sind Youtube-Clips entnommen, denn für jede noch so banale Handlung gibt es „Vor“- und „Nachbilder“, Verdoppelungen und Simulationen. Diese Bilder geben der konsumierenden, vorhersehbar agierenden und in Alltagsritualen gefangenen Masse Orientierung.

Auf einem Bildschirm zwischen den Findlingen aus Gumni ist das strahlende Video eines Sonnenauf- und -untergangs im Loop zu entdecken: ein klischeehaftes Sehnsuchtsbild, das durch die Endlosschlaufe absurd wird. Gibt es kein Leben mehr dazwischen? Die Bilder tragen in ihrer Anhäufung die Kritik an den durch ständige Wiederholung und mediale Verbreitung unterstützten und vervielfältigten Lebenskonzepten in sich.

Ab und an erklingt Richard Wagners Lied „Im Treibhaus“ von 1858 in einer modernisierten Version. Die hinreißende Einspielung mit Renate Behle, einer reifen Mezzosopranistin, hat ein besonderes Timbre. Kann eine Verbindung hergestellt werden vom „Treibhaus“-Gesang zur Gedankenwelt des Geologen Antonio Stoppani, der bereits 1873, also in der Epoche der sich stetig selbst potenzierenden Industrialisierung und der Ära Wagners, die „Anthropozoische Ära“ als Bezeichnungen für ein neues Erdzeitalter vorschlug?

Durch all diese Elemente, dieses kalkulierte „zu viel“, entsteht eine schwüle Atmosphäre. In ihren vielerlei Medien und Aktionsformen übergreifenden Installationen und Aktionen überblenden Hopmann & Lisek verschiedene Realitätsebenen. Die Überaffirmation der klischeehaften Vorbilder zieht Verfremdungseffekte nach sich und provoziert eine gedankliche Durchdringung der Mechanismen, mit welchen wir unsere Weltmodelle unterfüttern. Die Arbeiten von Hopmann & Lisek lösen die Grenzen zwischen U und E, zwischen Volkskunst, Spektakel, Festkultur, Performance, Event, musealer Präsentation und theoretischer Reflexion auf. Dabei rufen sie eine ganze Reihe von Diskursen auf: die zum Verhältnis von Realität und Simulation; die zur uns heute dominierenden Ordnung der selbstbezüglichen Simulakra einer Hyperrealität (Jean Baudrillard); die zur Herrschaftsform des Spektakels (Guy Debord), welche sich auf Suggestion, Illusion, Faszination, Täuschung und Verführung verlässt. Hopmann & Lisek kreieren Traummaschinen, die mit uns flirten und uns zugleich zeigen, welche Macht die Bilder über uns haben.

Nike Bätzner

 

Hopmann & Lisek

Broeikas, Multimediainstallation, 2016

Konzepte/Produktionen:

Hopmann & Lisek

 

Vielen Dank an alle Mitwirkenden:

 

„Clowns“

Kamera/Beleuchtung:

Ginan Seidl (Rosenpictures Filmproduktion)

Stephan Helmut Beier (Rosenpictures Filmproduktion)

Ray Peter Maletzki (Rosenpictures Filmproduktion)

Rosenpictures Logo farbig 2

 

Ton:

Claus Störmer

 

Darsteller/Darstellerinnen:

Sebastian Friedrich

Theo Huber

Nadine Kesting Jiménez

Josephin Oswald

Regina Stiegeler

Arne Mross

Christiane Haas

Jana Mertens

Susanne Hopmann

Terese Lippold

 

Kostüm:

Design / Umsetzung : Susanne Hopmann

Kostüm Schnittentwicklung: Irena Zrno

Schneiderin: Angelika Scholz / Susanne Hopmann

 

Postproduktion:

Georg Lisek

 

Installation/Video-Mapping:

Johannes Weggemans

Susa Pankrath

Matt Gingold

Jonas Braune

Susanne Hopmann

Georg Lisek

 

Studio:

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Catering:

Dorothea Klug

 

Assistenz:

Matthias Demel

Willi Dumaz

Sina Schindler

 

„SunRiseSet II“

Kamera:

Susanne Hopmann

 

Postproduktion:

Georg Lisek

 

„homevideos“

Videosequenzen aus:

 

Postproduktion:

Georg Lisek

 

„shepards tone“

Komposition/Produktion:

Kailin

 

„Findlinge“

Abformung/Abguss:

Sebastian Friedrich

Julia Schleicher

Anton Schumann

Thomas Weber

Susanne Hopmann

Georg Lisek

 

„Im Treibhaus“

Gesang:

Renate Behle

 

Original-Komposition:

Richard Wagner

 

Arrangement:

Kailin

 

Tonaufnahme

Karsten Deutschmann

 

Fotodokumentation

Susanne Hopmann

 

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Het Drents Museum presenteert
Kunst in De Nieuwe Kolk

Hopmann & Lisek

Treibhaus, 2016

 

11.10.2016 – 8.1.2017

De Nieuwe Kolk, Weiersstraat 1, Assen

Openingstijden: di. t/m zo. 11.00-17.00 uur / Entree gratis

 

De multimedia-installatie van Hopmann & Lisek brengt de zakelijk-heldere
architectuur van de museumzaal met video’s en geluiden aan het wankelen.
Achter de hoge ramen verdringt zich een golvende menigte van enorme
clowns. Allemaal zijn ze op dezelfde wijze als “domme august” vermomd: de
clowns zijn als het ware klonen geworden! Door hun vermomming verdwijnt
iedere individualiteit achter de circusrol.
De clowns zijn eerder opdringerig dan vrolijk-onnozel. Ze bewegen zich in de
richting van de bezoekers alsof ze hen willen grijpen. Ze kijken op ons neer.
In welke situatie brengen ze ons? Misschien in die van Lewis Carrolls Alice in
Wonderland of Astrid Lindgrens Nils Karlsson.
De menigte als geheel draait echter licht uit het lood gebracht de zaal rond en
lijkt door invloeden van buiten te worden gecontroleerd. Dit stromen geeft de
toeschouwers in de zaal het gevoel alsof ze zelf in een draaikolk terecht zijn
gekomen. De zekerheid van de horizon wordt hun onthouden. In plaats daarvan
gonzen onheilspellend etherische klanken door de zaal.
Het surrealistische gevoel dat ontstaat door de clowns, wordt in de zaal nog
versterkt door de rotsblokken van rubber, die als op een filmset wilde natuur
simuleren. In ons tijdperk van het Antropoceen is niets meer “natuurlijk” –
alles staat onder invloed van de mens. Een symbool daarvoor is sinds jaar
en dag het “broeikaseffect”, een synoniem voor het ontbrekende inzicht in de
effecten van het menselijk handelen op het milieu.
Een ander element van het “studiolandschap” is een video die op een klassieke
tondovorm wordt geprojecteerd. Daarin zijn opnames te zien van mensen
die bezig zijn met alledaagse handelingen afkomstig uit YouTube-clips.
Deze leveren voorbeelden voor iedere, al is het nog zo’n banale handeling
en bieden de consumerende en in dagelijkse rituelen gevangen massa een
oriëntatiepunt.
Op een raam tussen de twee belangrijkste wanden is bovendien de
geprojecteerde loop van een zonsop- en -ondergang te zien: een clichématig
wensbeeld, dat door de herhaling absurd wordt. Is er geen leven meer
daartussen?
Zo nu en dan weerklinkt Richard Wagners lied “Im Treibhaus” uit 1858.
De opname met Renate Behle, een al wat oudere mezzosopraan, heeft
een bijzonder timbre. Zo worden ze bij de totstandkoming van de sfeer in de
zaal betrokken.
Door al deze elementen, dit doelbewuste “teveel”, ontstaat er een
beklemmende sfeer. In de werken van Hopmann & Lisek vervagen de
grenzen tussen vermaak en ernst, tussen volkskunst, spektakel, feestcultuur,
performance, event, museale presentatie en theoretische bespiegeling. De
kunstenaars creëren droommachines die met ons flirten en ons tegelijkertijd
tonen welke macht de beelden over ons hebben.
Nike Bätzner
Vertaling Thea Wieteler